Tag zwei, Enduro-WM Auftakt 2008 Östersund / Schweden

Der zweite Tag in Östersund fing mit Sonne an, und endete mit Schneefall. Allerdings bei Temperaturen knapp über null, so das der Schnee nicht liegen blieb. Am zweiten Tag wurde die gleiche Strecke wie Samstag gefahren, allerdings ließ man den Crosstest verkehrt herum fahren.

Enduro 1
Nach dem Desaster vom Samstag lief es am Sonntag für den spanischen Weltmeister wieder besser. Er konnte sich über den Tag deutlich steigern, und wurde auch lockerer auf dem Motorrad. Cervantes konnte zwar in keiner Prüfung an die Zeiten von Ahola heran fahren, doch es reicht immerhin für den zweiten Platz. Ihm war aber klar, dass am Ende der Saison wieder jeder Punkt zählen wird.


Mika Ahola konnte mehr als zufrieden mit seinem Wochenende sein, denn auch am Sonntag gab er keine einzige Prüfung ab. „Ich hatte am Ende soviel Vorsprung, dass ich es recht locker angehen lassen konnte“, sagte er nach dem Rennen. Jetzt sei er gespannt, wie es auf normalen Böden so laufen wird.

Bartosz Oblucki gab sein Motorrad heute etwas zerknirscht in Parc Ferme ab. Er stürzte im letzten Test und brach sich wahrscheinlich den Daumen. Die Hand war jedenfalls erheblich dicker als normal. Sehr zufrieden mit den Ergebnissen war der Italiener Simone Albergoni. Er fuhr überraschend stark auf dem fremden Boden, der ihm eigentlich gar nicht liegt. Platz zwei am Samstag und ein dritter am Sonntag waren allerdings nach seinem Geschmack.
Mike Hartmann war sehr froh, das Wochenende ohne Verletzungen überstanden zu haben. „Auf dem rutschigen Boden musste man ständig die Beine zum Abstützen herunternehmen. Nach meiner Knieoperation war ich da etwas vorsichtig. Aber immer wenn man vorsichtig ist, passiert was. Von da her bin ich sehr froh, dass alles noch dran ist. Heute lief es auch deutlich besser als gestern. Rang 13 ist schon in Ordnung. Ich freue mich jedenfalls bereits auf den Boden in Portugal“, gab Hartmann zu Protokoll.


Enduro 2
Bei BMW lief es heute schon besser als am Samstag. Alle Motorräder waren im Ziel, und kein Fahrer verletzt. Simo Kirssi beendete den Tag als 8. - nicht schlecht für den allerersten richtigen Enduro-Wettbewerb. Er hatte nicht erwartet, dass es so schwer würde. An seinen Zeiten könne er aber noch arbeiten. Die zweite BMW mit Jean Francois Goblet kam auf Rang 17 ins Ziel.


Vortagessieger Joakim Ljunggren hatte Bedenken wegen seines Motors. Am Vortag machte der Motor komische Geräusche. Heute morgen ging es gleich so weiter und keine wusste so recht, woher das Klappern kam. So konnte er im ersten Test nicht 100% angreifen und hörte immer nach unten. Beim Service öffnete er den Kupplungsdeckel und erkannte eine lose Feder. Nachdem er das behoben hatte, war das klappern weg, doch zum Sieg reichte es dann doch nicht mehr.
Juha Salminen rückte heute die Welt wieder gerade und fand auch wieder seinen Rhythmus. Auch er freut sich bereits auf Portugal und Spanien, denn der Schnee machte ihm auch nicht richtig Spaß. Johnny Aubert fuhr auf Ankommen und riskierte nur soviel wie nötig. Nach einem verhaltenen Start steigerte er sich immer mehr und wollte viele Punkte mit nach Portugal nehmen. Er fand das Rennen nicht besonders schwer, weil es recht wenig Schnee auf der Etappe gab.


Enduro 3
In dieser Klasse gab es ebenfalls eine Überraschung. Diese kam aus dem Hause BMW, denn Anders Eriksson lag bis zur letzten Prüfung auf Rang zwei. Doch leider stürzte er noch im Test und verlor wertvolle Sekunden. Er beendete den Tag danach als Vierter und war sichtlich genervt, denn ohne diesen Fehler hätte BMW bereits beim ersten Einsatz in der ersten vollen WEC-Saison auf dem Podium gestanden. Eine tolle Leistung von Eriksson und BMW.
Samuli Aro war sehr angetan von seinem neuen Motorrad. „Der 2-Takter fährt sich so leicht und einfach, da musste ich mich erst einmal dran gewöhnen. Man konnte auf dem Eis so spät aber stark bremsen, dass das Hinterrad vom Boden abhob. Ich habe das wirklich genossen, das war wie Supermoto“, sagte er abends. Und natürlich hatte er dabei auch noch gewonnen.
Marko Tarkkala meinte, er habe am Morgen ein wenig zu viel geschlafen, denn er habe die Zeit irgendwie vertrödelt. Marko legte zwar noch eine Bestzeit hin, konnte aber trotz allem nicht mehr gewinnen.

Marcus Kehr wer froh, dass das Rennen zu Ende war. Er schloss zwar deutlich besser ab als erwartet, konnte dem Schnee aber ebenfalls nicht viel abgewinnen. „Der Endurotest war jetzt so zerfahren und mit tiefen Rillen versehen, da konnte man fast nicht mehr raus. Wenn du eine andere Spur gewählt hattest, bestand immer die Gefahr zu stürzen“ sagte er nach dem Rennen.

Bert Meyer, Junior auf der Werks BMW, hielt heute nicht an um zu helfen, sondern fuhr einen sehr guten Tag. Er beendete den Sonntag als 17. in seiner Klasse.
Mit diesen Zeiten lag er auch sehr nahe an den Zeiten seines Teamkollegen Goblet, der ja in der Enduro 2 startete.
 

Ergebnisse:

Enduro 1: (125 cm³ Zweitakt und 250cm³ Viertakt)

1 Tag: 1. Mika Ahola (FIN), HM-Honda; 2. Simone Albergoni (I), KTM; 3. Eero Remes (FIN), KTM; 4. Marc Germain (F), Yamaha; 5. Bartosz Oblucki (PL), Husqvarna; Ferner : 15. Mike Hartmann (D), KTM.

2. Tag: 1. Ahola; 2. Ivan Cervantes (E), KTM; 3. Albergoni; 4. Remes; 5. Niklas Gustafsson (S), Honda.
Ferner: 13. Hartmann;

Enduro 2: (250 cm³ Zweitakt und 450cm³ Viertakt)

1. Tag: 1. Joakim Ljunggren (SWE), Husaberg; 2. Jonny Aubert (F), Yamaha; 3. Juha Salminen (FIN), KTM; 4. Valtteri Salonen (FIN), Husaberg; 5. Antoine Meo (F), Husqvarna;

2. Tag: 1. Juha; 2. Ljunggren; 3. Aubert; 4. Salonen;
5. Jari Mattila (FIN)

Enduro 3:

1. Tag:
1. Samuli Aro (FIN), KTM; 2. Marko Tarkkala (FIN), KTM; 3. Bjorne Carlsson (S), Husaberg; 4. Anders Eriksson (S), BMW; 5. Sebastien Guillaume (F), Gas Gas;
7. Marcus Kehr (D), KTM.

2. Tag: 1. Aro; 2. Tarkkala; 3. Carlsson; 4. Eriksson; 5. Guillaume; 8. Markus Kehr.

WM-Stand nach 2 von 16 Tagen:

Enduro 1:
1. Ahola, 50 Punkte; 2. Albergoni 42; 3. Remes 38; 4. Cervantes 37; 5. Germain 33; 13. Hartmann 14.

Enduro 2:
1. Ljunggren, 47 Punkte; 2. Salminen 45; 3. Aubert 42; 4. Salonen 36; 5. Meo 31.

Enduro 3:
1. Aro, 50 Punkte. 2. Tarkkala 44; 2. Carlsson 40; 4. Eriksson 36; 5. Guillaume 32; 8. Kehr 27.


Bert Meyer auf seinem ersten offiziellen Ausritt auf der Werks BMW in der Enduro Junioren Klasse