Gerd MüllerSo waren wieder völlig neue Verhältnisse für die Teilnehmer gegeben, was auch bei den Ergebnissen für Überraschungen sorgte. Auch wenn es kurzzeitig immer wieder mal regnete ? richtig nass wurde die Strecke dadurch nicht, und die Staubentwicklung blieb auf den Stoppelfeldern in erträglichem Maße. Aber auf dem sandigen Boden des Maisfeldes gab es gewaltige Staubfahnen, die die Sicht behinderten. So wurden im Verlauf des Wettbewerbes die Streckenbegrenzungen von den Teilnehmern regelrecht überfahren, so dass die späteren Starter eine einfachere, gradere Strecke fuhren, als die zuerst gestarteten Teilnehmer.

So kam Steffen Mews sogar auf einen für ihn sensationellen dritten Gesamtrang hinter Gesamtsieger Gerd Müller (Foto) und dem jetzt Führenden in der Meisterschaft, Thomas Lübbing.

Damit gibt es beim vierten Lauf des diesjährigen Enduro-Rallye-Cups schon vier verschiedene Sieger: Müller, der mit seiner neuen 250er 4-Takt-Husqvarna offensichtlich immer besser zurecht kommt, meinte anschließend schmunzelnd: ?Die haben mich mal wieder gewinnen lassen.? Die, das waren Thomas Lübbing, dem am Ende gerade einmal 15 Sekunden fehlten. Ein Sturz in der vierten Sonderprüfung hatte ihm aber zuviel Zeit gekostet. ?Die?, das war aber auch der Titelverteidiger Dirk Thelen, der, wie schon im Vorjahr, einmal die Ausfahrt aus der Prüfung verpasste und dann voller Panik das Motorrad reglementswidrig quer über die Strecke schob. Da blieb dem Fahrtleiter nichts anderes übrig, als Thelen aus der Wertung zu nehmen. Der nahm es am Ende dann gefasst: ?In dem Moment, als ich an der Ausfahrt vorbei war, ging mir alles Mögliche durch den Kopf, und ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich hatte aber auf alle Fälle bereits viel Zeit verloren und dachte, dass mir das Zurückschieben nicht so hart angekreidet würde.?

Allerdings muss dieser Zwischenfall Thelen nicht die Meisterschaft kosten. Jeder Fahrer hat zwei Streichergebnisse bei den insgesamt zehn Läufen.

Besonderes Pech hatte auch der Quadfahrer Manfred Pelkmann. In seiner Klasse führte er mit weitem Abstand, als ihm in der allerletzten Sonderprüfung, rund 250 Meter vor dem Ziel der Motor einging. So schob Pelkmann sein Quad noch durch das Ziel, was ihm zweieinhalb Minuten kostete und ihn auf den vierten Rang in seiner Klasse zurückwarf.

An gleicher Stelle auch Pech für Carsten Vogt, dessen BMW erst nur noch auf einem Zylinder lief und dann ganz die Arbeit aufgab. Dabei wollte er eigentlich direkt nach dem Wettbewerb zum Motorradurlaub starten.

Diese siebente und letzte Prüfung war ein extra langer Test aller Sonderprüfungen, die miteinander verbunden wurden ? allerdings wurden dabei nicht mehrere Runden gefahren, sondern vorne rein und ganz hinten wieder raus.

Die nächsten Läufe zum Enduro-Rallye-Cup sind bereits am kommenden Wochenende ? gleich zwei Wettbewerbe auf einmal: Am Samstag, 30. August, die 10. DMV-Enduro-Rallye Werl, und am Sonntag dann gleich die ADAC Enduro-Rallye ?Alte Schanze? in Paderborn.

Ergebnis 5. ADAC-Enduro-Rallye Ascheberg
1. Gerd Müller, Much, KTM
2. Thomas Lübbing, Bad Oynhausen, Husaberg
3. Steffen Mews, Demmin, KTM
4. Ralf Franke, Münster, KTM
5. Andreas Lehmkuhl, Georgsmarienhütte, KTM
6. Thomas Austrup, Lüdinghausen, KTM
7. Dirk Lüdemann, Eicklingen, KTM
8. Thosten Grunz, Bebra, KTM
9. Mark Risse, Werl, GasGas
10. Sascha Kairies, Detmold, Husaberg

Zwischenstand nach vier von zehn Läufen
1. Thomas Lübbing, Husaberg, Bad Oeynhausen, 39,14 Punkte
2. Gerd Müller, KTM, Much, 38,42 Punkte
3. Andreas Lehmkuhl, KTM, Georgsmarienhütte, 37,25 Punkte
4. Sascha Belgardt, Suzuki, Detmold, 37,09 Punkte
5. Steffen Mews, KTM, Demmin, 37,04 Punkte
6. Dirk Lüdemann, KTM, Holzminden, 35,36 Punkte
7. Sascha Kairies, Husaberg, Detmold, 35,31 Punkte
8. Matthias Bartsch, Leopoldshöhe, KTM, 33,73 Punkte
9. andre Knust, Bestwig, KTM, 33,21 Punkte
10. Josef Krupop, KTM, Dormagen, 32,01 Punkte

Die jeweils kompletten Ergebnisse aller Veranstaltungen, aktuellen Zwischenstände und noch vieles mehr über den Enduro-Rallye-Cup gibt es unter: www.motor-sport-as.de/enduro.htm